Medienmitteilung

16. Juni 2020

Angebot für die berufliche Integration von Flüchtlingen vor dem Aus

Bern, 16. Juni 2020 – Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Bern beendet per Ende Dezember 2020 sein Angebot «co-opera». Dieses unterstützt seit 25 Jahren anerkannte und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge beim Berufseinstieg. Die Einstellung des Integrationsprogramms geht auf die «Neustrukturierung im Asyl- und Flüchtlingsbereich im Kanton Bern (NA-BE)» zurück.

Im 2017 entschied der Kanton Bern eine Neuausrichtung im Asyl- und Flüchtlingsbereich. In der Folge wurden die Leistungsverträge mit den Partnern im Asylwesen neu ausgeschrieben. Diese Neustrukturierung führte dazu, dass der Kanton Bern den Leistungsvertrag mit dem SAH Bern für das Angebot «co-opera» per Ende Dezember 2020 beenden wird. Zuständig für die berufliche Integration von Flüchtlingen sind zukünftig diejenigen Organisationen, welche im Rahmen von NA-BE den Zuschlag des Kantons Bern erhielten.

Das SAH Bern verhandelte in den letzten Monaten intensiv mit regionalen Partnerorganisationen über mögliche Kooperationen oder eine Übernahme von «co-opera». Die Verhandlungen scheiterten oder sind noch nicht so weit fortgeschritten, dass das SAH Bern eine Weiterführung des Angebots ab 2021 gewährleisten könnte. Der Vorstand des SAH Bern entschied deshalb gestern, das Angebot einzustellen, da dessen Finanzierung ab 2021 nicht mehr gesichert ist. Von diesem Entscheid betroffen sind 20 Mitarbeitende sowie sechs Personen in befristeter Anstellung. Sie verlieren ihre Stellen per Ende Dezember 2020. Gemeinsam mit der Gewerkschaft VPOD wird ein Sozialplan ausgearbeitet. «Ich bedaure es zutiefst, dass wir uns von einem ganzen Team trennen müssen, das seit Jahren hervorragende Arbeit leistet. Zudem schmerzt es, dass ein Angebot beendet werden muss, das in der beruflichen und sozialen Integration von Flüchtlingen sehr erfolgreich war», sagt Daniel Hurter, Präsident des Vorstands des SAH Bern.

Die neue Geschäftsführerin des SAH Bern, Ursina Bernhard, wird sich gemeinsam mit dem Vorstand und dem VPOD dafür einsetzen, dass für die betroffenen Mitarbeitenden Lösungen gefunden und Härtefälle vermieden werden können. Ursina Bernhard tritt ihre Stelle am 1. Juli 2020 an. Die Juristin verfügt über langjährige Erfahrung im Asyl- und Migrationsbereich und war zuletzt als Geschäftsführerin beim Hilfswerk HEKS tätig.

Weitere Informationen

«co-opera» entstand 1995, als wegen des Kriegs in Ex-Jugoslawien viele Menschen in die Schweiz flüchteten und einen sozialen und beruflichen Einstieg suchten. Das SAH Bern begleitete im Rahmen von «co-opera» in den letzten 25 Jahren mehr als 2'500 Menschen aus 40 Ländern bei der beruflichen und sozialen Integration. Dabei wurde eine Vielzahl an Schnupperwochen sowie Lehr- und Arbeitsstellen vermittelt.

Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Bern ist eine Non-Profit-Organisation und engagiert sich seit mehr als 25 Jahren im Kanton Bern für die soziale und berufliche Integration von Erwerbslosen, Sozialhilfebeziehenden und Flüchtlingen. Mit seinen rund 15 verschiedenen Angeboten und 11 Standorten unterstützt und fördert das SAH Bern den beruflichen Einstieg bzw. Wiedereinstieg.
www.sah-be.ch

Für Rückfragen

Medienauskünfte erteilt: Daniel Hurter, Präsident des Vorstands des SAH Bern,
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