Kambly Trubschachen

21. Mai 2019

Pasquale Pasquale Bertoldo, Reinigungsmitarbeiter bei Kambly in Trubschachen

Pasquale Bertoldo stammt ursprünglich aus Italien und steht sinnbildlich für die erfolgreiche Integration der italienischen Gastarbeiter ins hiesige System. Es ist die Geschichte eines Einwanderers, der hart gearbeitet und sich selten beklagt hat, obwohl er auf dem Weg einige Hürden nehmen musste.
Bei Personen italienischer Abstammung denkt heute kaum jemand mehr an Immigration. Sie sind bestens integriert und Teil der modernen Schweizer Gesellschaft. Das war jedoch nicht immer so: Im 20. Jahrhundert zog es viele Italienerinnen und Italiener als Gastarbeiter in die Schweiz. So auch die Eltern von Pasquale Bertoldo, die zum Zeitpunkt seiner Einreise bereits einige Jahre in der Schweiz lebten.

Er ist nicht mehr der 16-jährige Junge, der damals von Italien in die Schweiz gekommen ist. Die Jahre harter Arbeit und das stetige Bemühen, sich in einem fremden Umfeld ein Leben zu erschaffen, haben ihn geprägt. Jetzt sitzt er da und die Zufriedenheit über das Erreichte ist ihm anzusehen – an Ausstrahlung hat er kaum eingebüsst. Während er als Jugendlicher seine Ausbildung als Dreher absolvierte, arbeiteten seine Eltern bereits in der Schweiz als Gastarbeiter.

Er war sich für nichts zu schade
Vom Vorbild seiner Eltern inspiriert, versuchte auch Pasquale Bertoldo sein Glück im nördlichen Nachbarland. Er arbeitete dort, wo es ihn gerade brauchte: Ob als Hilfs-Bauarbeiter, Allrounder in einer Textilfabrik, Schichtarbeiter, Autoersatzteilhändler, Hilfs-Automaler, Maurer, Chauffeur, Fenstermonteur, Mitarbeiter in einer PET-Recycling-Firma oder als Logistiker – Pasquale Bertoldo war sich für nichts zu schade und erledigte seine Aufgaben gewissenhaft.

Seine vorbildliche Integration führte dazu, dass er bereits 1980 seinen C-Ausweis erhielt. Nach zehn Jahren in derselben Firma musste Pasquale Bertoldo 2017 einen Rückschlag einstecken. Er verlor seine Tätigkeit, da das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen Stellen abbauen musste. Erneut musste er am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, wieder von vorne anfangen zu müssen. Doch Pasquale Bertoldo wäre nicht er, wenn er sich dadurch hätte beirren lassen. Da der gebürtige Italiener auf die Schnelle keine neue Herausforderung finden konnte, meldete er sich unverzüglich beim ETCETERA Langnau an. Er hoffte, so bald wie möglich wieder eine neue Stelle in einer Firma antreten zu können – trotz seines fortgeschrittenen Alters. Dank seiner Bodenständigkeit, seiner Motivation und seinem Fleiss blieb ihm der Wunsch auch nicht lange verwehrt.

Gartenpflege und Italienischlehrer
Mit seiner Einsatzbereitschaft beeindruckt er auch eine langjährige ETCETERA-Vermittlerin: «Es spielt keine Rolle, ob man Pasquale für Gartenarbeit, einen Umzug oder für Endreinigungen vermittelt; das Ergebnis wird gut sein.» Pasquale Bertoldo mache nie Umstände. Einmal habe er den Auftrag gehabt, für eine Kundin den Garten zu pflegen und das Gartenhäuschen sauber zu halten. Gleichzeitig half er der Kundin, ihre Italienischkenntnisse aufzufrischen. «So war das ein erfolgreicher Einsatz für alle», erzählt die Vermittlerin.

Mit ETCETERA weg vom Sozialdienst
Die in Trubschachen ansässige Firma Kambly liess ihn einige Monate über das ETCETERA in der Reinigungsabteilung arbeiten. Dort überzeugte Pasquale Bertoldo erneut, weshalb man ihm nach acht Monaten eine 50 %-Festanstellung angeboten hat. Das genügte allerdings nicht ganz, um sich Sozialdienst abzulösen. Deshalb arbeitet er nebenbei weiterhin bei ETCETERA und setzt so seine vielseitigen Talente bei verschiedenen Firmen und Einzelaufträgen ein. Pasquale Bertoldo ist ein Vorbild, seine Geschichte durfte er schliesslich beim Sender RadioBern1 erzählen. Seine Tätigkeit bei der Kambly macht Pasquale Bertoldo glücklich: «Ich bin sehr froh, habe ich diese Stelle. Die Arbeit für eine so bekannte Firma ist interessant.» Dazu könne man viele "Güetzi" essen, «natürlich nur im Pausenraum», ergänzt der Italiener lächelnd.